Die Unschuldsvermutung in der Praxis

Im Strafrecht und in der Strafprozessordnung gilt das Prinzip der Unschuldsvermutung, d.h. bis zum Zeitpunkt der rechtskräftigen Verurteilung einer Person muss dem Gesetz nach von der Unschuld dieser Person ausgegangen werden (§ 8 StPO). In der Verfassung ist der Grundsatz in Art 6 Abs 2 MRK verankert.

In der Rechtspraxis kommt es allerdings oft zu einer Verletzung der Unschuldsvermutung, etwa beispielsweise dann, wenn ein(e) Beschuldigte(r) zu Unrecht in Untersuchungshaft genommen wird, weil sich zu einem späteren Zeitpunkt herausstellt, dass die beschuldigte Person unschuldig ist oder die Voraussetzungen zur strafrechtlichen Verfolgung nicht gegeben sind.

Gerade in Fällen, in denen die Untersuchungshaft zu Unrecht verhängt wurde, ist es aus Sicht der Verteidigung wichtig, den Klienten nicht unnotwendig zu einem Geständnis zu bewegen. Dies auch deshalb, da einer Person, die unschuldig in Untersuchungshaft genommen wurde, der Anspruch auf Haftentschädigung gebührt.

 

Der Fall Pichler

Freispruch für Lehrerin nach langer Untersuchungshaft

untersuchungshaft_mord

 




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